DDR-Holzschutzmittel

 

 

Insbesondere in der DDR wurde 1959 in der Fachzeitschrift –Holzindustrie- nachdrücklich an die Holzverbraucher appelliert, dass die Holzressourcen geschont werden müssen. Anhand von Gesetzen wie z.B „Verordnung über den Schutz von Rohholz, Werkstoffen und Erzeugnissen aus Holz sowie holzartigen Werkstoffen – Holzschutzverordnung“ (1953) und deren Durchführungsbestimmungen (1983) sollte der Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln den unnötigen Verschleiß von Holz begrenzen. Unimprägniertes Holz durfte nicht verbaut werden. Es bestand eine generelle Behandlungspflicht für Bauholz.

 

In der DDR gab es von 1958 bis 1991 regelmäßig (in der Regel jährlich) ein aktuelles Holzschutzmittelverzeichnis des Amtes für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung (ASMW). Innerhalb dieses Zeitraums erhielten 39 wasserlösliche und 38 ölige Holzschutzmittel eine Zulassung. Vor allem fluorhaltige HSM (Anzahl: 28), DDT und Lindan mit je 14 Holzschutzmitteln fanden als Wirkstoffe Anwendung.

 

Das Holzschutzmittelverzeichnis des Amtes für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung enthielt alle zugelassenen Holzschutzmittel, die sowohl vorbeugend als auch bekämpfend (Iv, Ib usw.) als Fungizid bzw. Insektizid wirkten. Von 18 Anwendungsbereichen war der Bereich 7 (in geschlossenen Wohn-, Aufenthalts-, Arbeits- und Durchgangsräumen, einschließlich darin verbauter verdeckter Hölzer, wie Deckenbalken)[1] maßgebend. Das Verzeichnis unterschied zwischen zugelassenen Holzschutzmitteln (HSM), holzschützenden Anstrichstoffen und holzpflegenden Anstrichstoffen. Die zugelassenen Holzschutzmittel gliederten sich in drei Gruppen:

 

In der vorliegenden Diplomarbeit wird nur auf wasserlösliche und ölige Holzschutzmittel eingegangen, die im Holzschutztechnischen Untersuchungsbericht 1988 und im Verzeichnis von 1986/87 veröffentlicht wurden. Dazu gehören im wesentlichen Holzschutzmittel der:

 

Tab.: Ausgewählte wasserlösliche HSM [2]

HSM

Dohnalit Ull

Dohnalit U

Kulbasal B

Vogel-Fluat

Wirkstoffe

Natriumfluorid,

Kaliumdichromat,

Kaliumhydrogenfluorid

Natriumfluorid,

Kaliumdichromat

Borsalze

Zinkhexafluorosilikat

Schutz-wirkung

P, Iv, Ib[3]

P, Iv

P, Iv

P, Iv, Ib

Eigen-schaften

rosafarben,

kristallin,

schnell fixierend,

Holz wird grün

rosafarben,

pulverförmig,

fixierend,

Holz wird grün

pulverförmig,

geruchlos,

nicht flüchtig,

sehr gut fixierend

farblos

geruchlos

unbegrenzt lagerfähig

Anwen-dungs-bereiche

gedeckte Räume,

im Freien ohne

Erdkontakt,

geschlossene Räume 

gedeckte Räume,

im Freien ohne

Erdkontakt,

geschlossene Räume 

gedeckte Räume,

geschlossene Räume,

in Stallungen

gedeckte Räume,

geschl. Räume,

in Stallungen

Verarbei-tung

9 %ige Lösung

Streichen, Sprühen,

Trogtränkverfahren,

Kesseldruckverfahren

4 %ige Lösung

Kesseldruckverfahren

10 %ige Lösung

Streichen, Sprühen

Trogtränkverfahren

30 %ige Lösung

Streichen,

Sprühen,

Trogtränkverfahren

Mindest-aufnahme

4,5 kg/m³

3 ± 1,5 kg/m³

3 kg/m³

3 kg/m³

 

            P:            gegen holzzerstörende Pilze – außer Moderfäule

            Iv:           vorbeugend gegen Insekten

                Ib:           bekämpfend gegen Insekten

                T:            gegen Termiten

                PM:        gegen holzzerstörende Pilze - einschließlich Moderfäule

 

Tab.: Ausgewählte ölige Holzschutzmittel[4]

HSM

Deltox IT

Kombinal TO

Hylotox 59

Wirkstoffe

Permethrin

Tributylzinnoxid,

Thiram

DDT

Lindan

Schutz-

wirkung

Ib, Iv, T

PM, Iv, Ib, T

Iv, Ib, T

Eigen-schaften

schadstoffarm,

gutes Eindringvermögen,

sehr gute Langzeitwirkung

unlöslich

gute Langzeitwirkung,

anfangs mottenpulverartiger Geruch

gebrauchsfertig,

hell und ölig

Anwen-dungs-

bereich

geschlossene Räume,

im Freien ohne Erdkontakt,

für Möbel

geschlossene Räume,

im Freien mit/ohne Erdkontakt

gedeckte Räume,

geschlossene Räume,

im Freien ohne Erdkontakt,

Möbel

Verarbei-tung

Streichen, Sprühen, Tränken

Streichen, Sprühen,

Trogtränk-u. Druckverfahren

Streichen, Sprühen,

Tauchverfahren

Mindest-aufnahme

45 kg/m³

45 kg/m³

45 kg/m³

 

 



[1] ASMW: Holzschutzmittelverzeichnis 86/87. Eberswalde – Finow 1986

[2] Verbraucherinformation des VEB Chemiewerk Nünchritz,

      Verbraucherinformation VEB Chemiekombinat Bitterfeld,

      Verbraucherinformation VEB Fluatwerk Leipzig. Betrieb Glauchau

[3] ASMW: Holzschutzmittelverzeichnis 86/87. Eberswalde – Finow 1986

[4] Horn, Rosskamp, Ulrich:Aktuelle-DDT und Lindankonzentrationen in Wohnräumen nach intensivem Holzschutzmitteleinsatz auf Dachböden in der Vergangenheit. Umweltbundesamt, Berlin 1999,

      Verbraucherinformation AGROTEX,

      www. enius.de